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| Indien Musik und
Tanz |
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Die indische Musik
(Hindustani im Norden und Karnatakim Süden) hat sich durch
Jahrhunderte als ein Teil der indischen Kultur entwickelt.
Musikalische Formen wie Tonintervalle, Harmonie und rhytmische
Bestandteile sind das Produkt eines Reichtums musikalischer
Tradition und Einfluß. Sie unterscheiden sich jedoch von den
im Westen bekannten. Ein großer Teil der Musik ruft indische
Fabeln und Legenden in Erinnerung, ein anderer befaßt sich
mit dem jahreszeitlichen Rhythmus der Natur.
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Tanz
Karnatak-Musik und die klassischen Tänze rufen das Zeitalter
der alten Dravidian Kultur wieder in Erinnerung, Tradition und
Reichtum des Landes bewahrt von Generationen.... ein Erlebnis
dieser Kunst kann nicht beschrieben werden! Es ist einfach ein
großartiges Gefühl. Indischer Tanz, gleichzeitig
einmalig und zeitlos, ist weit verbreitet über das ganze
Land und bei den größeren Festen und Erzählungen
oder bei den vielen farbenfrohen Shows zu sehen, die in Hotels
und Kulturhallen stattfinden.
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Bharata
Natyam
Die klassische Tanztradition des Bharata Natyam wird vor allem in
den südöstlichen, tamil- und telugusprachigen Regionen
Indiens gepflegt. Bharata Natyam - der Begriff ist erst am Anfang
des 20. Jahrhunderts entstanden - bezeichnet verschiedene
Stilrichtungen wie etwa den Solotanz Sadir Natya, den Gruppentanz
Kuruvanji oder die Tanztheater Bhagavatamela und Kuchipudi. Der
Bharata Natyam zeigt dermaßen hohe Übereinstimmungen
sowohl mit alten tanztheoretischen Texten als auch mit den
Tanzposen historischer Tempelskulpturen (z.B. im Nataraja-Tempel
des südindischen Chidambaram aus dem 12. Jh.), daß man
von einer der ältesten Tanztraditionen Indiens sprechen
kann. In Anlehnung an die alten Textvorlagen hat der Bharata
Natyam eine große Zahl von Körperhaltungen und
-bewegungen (karana), Schrittfolgen (cari) sowie Hand- und
Fingergesten (hasta) klassifiziert. Hinzu kommt eine
ausgeprägte Mimik. Kopf, Nacken und Schultern bilden eine
Einheit und werden mitunter zusammen seitwärts bewegt.
Charakteristisch sind lineare Bewegungen und auch, daß Arme
und Beine imaginäre Dreiecke nachbilden, etwa wenn die Beine
seitlich angezogen sind oder die Hände auf den Hüften
liegen. Je nach Schultradition kommen im Bharata Natyam bis zu
120 präzise festgelegte Bewegungssequenzen vor, die einzeln
mit Lautsilben, den Sollukattus, benannt sind. Die
Tänzerinnen tragen oft einen reich verzierten Seidensari,
der sich vorne bei Spreizbewegungen fächerartig öffnet,
und eine passende Brokatbluse. Geschmückt sind die Akteure
mit silbernen Halsketten, Hüftgürteln und Armringen
sowie Fußglöckchen. Handflächen und Fußsohlen
können mit roter Farbe in geometrischen Verzierungen und mit
glückverheißenden Symbolen bemalt sein.
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Kathakali
Der Kathakali ist eine Imitation der Welt. Bis ins kleinste
Detail sind Bühne und Darsteller mit Svmbolismen besetzt. So
repräsentiert das Podium je nach Szenerie den Himmel, die
Erde oder die Unterwelt. Und die Dochte einer hohen Öllampe
auf der Bühne gelten als Sonne und Mond. Von besonderer
Bedeutung sind Make-up und Kostüme. Schon am Morgen der
abendlichen Aufführung mischt der Maskenbildner die Farben.
Bereits Stunden vor dem Auftritt schminkt er bestimmten
Darstellern einen breiten, weißen Kragen aus Reispaste
über Kinnlade und Backenknochen.Diese Gesichtsmanschette
muß zwischen durch immer wieder trocknen, bis sie hart wie
Stuck geworden ist. Dann malt er Augenbrauen, Mund und Stirn in
verschiedenen Farben und Mustern an. Farben und Make-up sind klar
typisiert, so daß der Zuschauer gleich erkennt, wen er
für gut und für böse zu halten hat. Die
Kostüme sind meist üppig ausgestattet mit Schmuck,
langen Kordeln, hohen Kronen oder Kopfbedeckungen, Pfauenfedern,
Rüschenschals und aufgestickten kleinen Spiegeln. Nach
Make-up und Kostümierung sind die Darsteller nicht mehr
bloße Schauspieler, sondern Götter oder Helden und
Dämonen. Auch darf man sie dann nicht mehr mit ihrem
persönlichen Namen anreden. Bei Beginn der Aufführung
erscheinen mit unter die Hauptdarsteller hinter einem brusthohen
Vorhang und geben in einem langsamen Einführungstanz dem
Zuschauer Gelegenheit, sich allein auf die kunstvollen Make-ups
und die minutiöse Mimik zu konzentrieren.
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| Der Siegesturm wurde von Rana
Kunba im Jahr 1458 erbaut. Das ist 37m hoch. Da hat man einen
Blick in alle Religionen der Welt. Der Turm ist eine Erinnerung
an seinen Sieg über Mahmud Khilji von Malwa im Jahr 1440.
Der Siegesturm ist das wahrzeichen von Chittorgarh. |
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Odissi
Als ursprünglicher Tempeltanz, dargeboten von Devadasis
('Dienerinnen der Götter'), welche die Statuen ankleideten,
wuschen und bei Festen tanzten und sangen, war der Odissi einem
Schicksal ausgesetzt, das er mit anderen Tanzstilen lndiens
teilen mußte. Spätestens ab der Ganapati-Dynastie
(1434-1568) war es üblich, daß Devadasis, auch Maharis
genannt, vor Tempelgottheiten tanzten, insbesondere im
Jagannath-Tempel in Puri. König Narasimha I. (1238-64) soll
mehrere Hundert dieser Tempeltänzerinnen an dem von ihm
errichteten Sonnen-Tempel von Konarak beschäftigt haben.
Während der Herrschaft der Moslems und Briten gerieten die
Maharis aber zunehmend in Verruf, da ihnen Tempelprostitution
nachgesagt wurde. Erst vor vier Jahrzehnten wurde im
nordöstlichen Bundesstaat Orissa diese bis ins 2.
Jahrhundert v. Chr. zurückreichende klassische Tanzform
wiederentdeckt. Der Odissi ist meist ein Solotanz, der fast nur
von Frauen dargeboten wird. Seine Tanztechnik beruht auf den
klassischen Ausdrucksformen von Nritta und Nritya: Nritta ist ein
reiner Tanz ohne Inhalt und Symbole, Nritya hingegen ist ein
Tanz, bei dem oft devotionale Themen durch eine stilisierte Form
von Körperbewegungen, Beinarbeit, Handgesten und Mimik
ausgedruckt werden. Man tanzt überwiegend auf den Fersen,
vor allem wenn die Tänzerin kraftvoll stampfend und in genau
vorgeschriebenen geometrischen Mustern vor- oder
rückwärts schreitet, so daß die Fußglocken
laut erklingen. Es gibt ein großes, oft dem Natyashastra
folgendes Repertoire an Drehungen, stehenden oder auch sitzenden
Positionen, Sprüngen, Gangarten und Handgesten. Besonders
charakteristisch ist die Tribhanga-Haltung, bei der Beine,
Hüfte und Kopf wie zu einer S-Kurve geformt werden, sowie
die Chauka-Grundposition, in der man die Füße nach
außen dreht und die Beine ein wenig beugt. Daneben gibt es
eine Reihe spektakulärer Bewegungsmuster wie zum Beispiel
die Wagenrad-Position oder die Bienendrehung. Die
Tänzerinnen tragen traditionelle Kostüme: einen
Seidensari im Webstil Orissas mit passender Blume, eine
fächerförmige Schürze und einen Gürtel, der
aus silbernen Plättchen zusammengesetzt ist und doppelt um
die Hüfte gewickelt wird. Blumen kränzen das zu einem
Knoten hochgesteckte Haar, das häufig auch ein Diadem
schmückt. Armringe, Ketten und Fußglöckchen runden
die durchweg graziöse Erscheinung der Tänzerin ab. Das
Gesicht wird einfach geschminkt, nur die Augenpartie wird mit
schwarzer Farbe betont, um den mimischen Teilen einen besonderen
Ausdruck zu verleihen. In die Handflächen sind oft rote
Farbmuster gemalt.
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Manipuri
Die Manipuri- oder Raas-Tänze haben ihren Ursprung - wie der
Name schon sagt - in wunderschönen Manipur, das im Nordosten
Indiens liegt. Sie gehören zu den großartigsten
Tanztraditionen Indiens. Entstanden aus ländlichen
Fruchtbarkeitszeremonien werden die Manipuri-Tänze
ständig durch neue, frische Impulse belebt. Vielleicht
gelten sie auch deshalb als die ältesten und zugleich
jüngsten unter den klassischen indischen Tänzen.
Anmutige, bis ins letzte Detail stimmige Bewegungen und bruchlose
Abläufe sind typisch für diesen Tanzstil. Es scheint,
als ob die Fersen der Tänzer fast nie den Boden
berührten. Alles scheint von schwereloser Leichtigkeit. Die
Manipuri-Tänze symbolisieren die Essenz hinduistischen
Strebens: Das Bemühen der menschlichen Seele, mit dem
Universum eins zu werden. Die Manipuri-Tänze sind vor allem
Gruppentänze. Charakteristisch sind ausgefeilte
Choreographien sowie die farbenprächtigen Kostüme der
Tänzerinnen mit den weit ausgestellten zylindrischen
Röcken. Die Tänze sind mit Mythen und Legenden, die in
diesem Teil Indiens so zahlreich vorhanden sind, eng verflochten.
Im Mittelpunkt stehen oft Shiva und Parvathi, die einer Legende
zufolge diesen schönen Landesteil besucht haben
sollen.
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Mohini
Attam
Mohini Attam: Der Mohini Attam ist vermutlich der jüngste
der klassischen indischen Tänze und hat seinen Ursprung im
südindischen Kerala, wo er besonders unter der Herrschaft
des berühmten Maharadscha Swati Tirunal als (wahrscheinlich)
weiblicher Gegenpol zum Kathakali zur Blüte gelangte. Seine
Wurzeln gehen vermutlich auf das 14. Jahrhundert zurück. Im
Laufe der Entwicklung wurde er u.a. auch vom Bharata Natyam
beeinflußt, was besonders in den hastas (Hand- und
Fingergesten) und im Repertoire deutlich wird. Andere Quellen
besagen, daß der Mohini Attam zwischen dem 14. Und 17.
Jahrhundert aus dem Bharata Natyam, dem Kathakali und einem
Volkstanz besonders von den Frauen in Kerala entwickelt wurde. In
der heutigen Form ist der Mohini Attam ein sehr rhythmischer
Tanz, der mit ausgefeilter Körpersprache, Mimik und Gestik
vor allem Themen aus Ramayana, Mahabarata und den Puranas
interpretiert.
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Kathak
Der traditionelle Kathak-Stil ist eine Synthese zweier Kulturen,
der hinduistischen und muslimischen. Die Bezeichnung Kathak
leitet sich ab vom Wort katha (Geschichten), denn die Tänzer
erzählten mit ihren spezifischen Ausdrucksmitteln
Geschichten aus den großen Epen des alten Indien. Der Kathak
hat in der heutigen Form eine lange Entwicklung durchlaufen.
Einst als religiös inspirierter, erzählender Tanz in
den hinduistischen Tempeln Nordindiens entstanden, ist er im
Laufe des 15. Jahrhunderts zu opernhaftem Spiel erweitert worden.
Unter der Herrschaft der muslemischen Moguln im 16. Jahrhundert
wurde aus dem Kathak dann eine höfische Tanzform, in deren
Mittelpunkt der Krishna-Kult stand. Heute vereinigen sich im
Kathak hinduistische und muslemische Elemente zu sprühender,
rhythmisch virtuoser Darbietung. Die Bewegungsmuster und
Ausdruckformen sind im Kathak immer eng mit der zugrunde
liegenden Geschichte verflochten.
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