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Religionen in Indien
Eine Wahrheit - Endlose Ausdrucksweisen
Alle Religionen in Indien verehren die Natur und ihre Elemente. z.B. Der Hindu verehrt alle heiligen Flüsse, und der Mohammedaner benutzt Wasser, bevor er betet. Während die Hindus den feuergott “Agni” anbeten, ist für die Parsen das feuer das Symbol für Gott und ein Element, das alles reinigt. Christen entzünden am Alter eine Kerze, genau wie Buddhisten und Jain, die eine Lampe anzünden.
Die Kultur und Tradition Indiens ist wie ein Mosaik und die verschiedenen Religionen in Indien stellen die kleinen Stücke in diesem Mosaik dar. Seit Jahrhunderten existieren diese Religionen friedlich Seite an Seite.

Religionen in Indien sind keine Dogmen sondern eine Lebensweise. Die älteste dieser Religionen, Hinduismus, ist komplex, inhaltsreich aber anpassungsfähig. Die Schwerpunkte sind Karma bzw. die Erfüllung der Pflichte und Dharma, die richtige Verhaltensweise. Hinduismus predigt Toleranz, Barmherzigkeit und Gewaltlosigkeit aber keine Askese. Im Hinduismus ist das Individuum wichtig, weil es Teil der Seele aller Dinge ist - “Aham Brahmasmi” (ich bin die allen Dingen innewohnende Seele) und Tat Tvam Asi (die du auch bist). Daher soll der Mensch jedes andere Lebewesen als Teil dieser Weltseele sehen.

Betrachten wir jetzt die Religion Jainismus, dessen Gründer Mahavir war. Jainismus kommt vom Wort “Jina” (Eroberer) und zeigt den sieg im Kampf um die Wahrheit. Jainismus und Buddhismus enstanden zwischen dem 7. und 5. Jahrhundert vor Christus als Alternativen zum Hinduismus. Die Lehre des Jainismus ist, dass die Seele in jedem Menschen in materielle Dinge verstrickt ist und dass der Mensch nur dann Erlösung finden kann, wenn er die Seele von materiellen Dingen trennen kann. Auch für die Jain besitzen Dinge, Pflanzen und Tiere eine Seele. Die Jain glauben wie auch die Hindus-dass die Seele wegen Karma gebunden ist. Die Seele kann nur befreit werden, wenn sie sich von Karma löst Deshalb legt Jainismus großen Wert auf Askese.

Ein zentrales Prinzip ist die Lehre von der Gewaltlosigkeit - “Ahimsa”. Dieses Prinzip der Jain kann man auch in Sprache des Hinduismus finden - “Ahimsa Paramao Dharmah” (Gewaltlosigkeit ist die höchste Form der Gottesverehrung).

Der Grundgedanke der Buddhismus ist, dass das Leben voller Leid ist. Menschliches Begehren ist die Ursache für dieses Leid. Der Buddhist soll versuchen, dieses Begehren durch Selbstdisziplin zu uber winden. Der Gründer von Buddhismus, Gautama Buddha, wurde unter dem Bodhi Baum in Gaya erleuchtet. Nach Buddha waren die von wichtigsten menschlichen Tugenden Wohlwollen, Barmherzigkeit, Freude und Gleichmut. Ein wichtiges Element seiner Lehre war der achtfache Pfad. rechte Anschauung, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Verhalten, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Denken und rechte Meditation. Das Ziel ist Nirwana, ein Zustand in dem es kein Leid gibt. Das “Ich” hört auf zu existieren und es gibt keine Wiedergeburt mehr.

Die Sikh Religion, die in einer ganz spezifischen Landesregion entstanden ist, legte den Grundstein für eine neue Gesellschaft mit revolutionären Ansichten. Die Sikhs erkennen alle Menschen als Gleichgestellte an. Guru Nanak, der Gründer dieser Religion, sagte “Die niedersten der niederen Kasten .... suche ich mir als Gefährten”. Das Heilige Buch “Guru Granth Sahib” und der Khalsa Pfad enthalten Prinzipien, die zu einer neuen Art von Gesellschaft führen : einer demokratischen Volksgemeinschaft. Der Glaube der Sikhs erlaubt ihnen eine Vereinigung mit Gott, ohne ihre Identität aufgeben zu müssen.

Nach dem Hinduismus ist der Islam zahlenmäßig die zweitstärkste Religion Indiens. Diese Religion kam erste viele Jahre nach ihrer Gründung nach Indien. Die Mohammedaner glauben, dass eine höhere unsichtbare Gewalt das Schicksal der Menschen bestimmt. Die Menschen sollen dieser Gewalt gehorsam sein und sie verehren. Ihr Grundsatz lautet “Laillaha, Mohammed ur rasulallah.” Da ist nicht Gott sondern GOTT. Mohammed ist der Prophet Gottes. Gott ist der allwissende, Allmächtige Schöpfer. Das Heilige Buch, der Koran, ist ewig und am Ende steht der Tag der Urteilsprechung. Auch im Islam spielt die Gleichheit aller Menschen eine zentrale Rolle. Der Mensch soll in Harmonie mit Gott, der Natur und seinen Mitmenschen leben.

Ein relativ kleiner Teil der indischen Bevölkerung sind Christen. Die Werte, die das Christentum predigt - Vergebung, Toleranz, Nächstenliebe, Barmherzigkeit waren den Indern schon früher bekannt und viele Inder wurden Christen.
Auch der Zoroastrismus, der in Persien enstand, fand in Indien eine neue Heimat. Die Parsen - es gibt heute nur etwa 100,000 - verehren die Naturelemente, vor allem Feuer, das ein Symbol für ihren Gott “Ahura Mazda” ist.
Zum Schluss kann man sagen : “Ekam Sat, viprah bahuda vadanti” - “Es gibt nur eine Wahrheit. Sie kann aber von Wissenden verschieden interpretiert werden”.

 

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