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Geographie Indiens

Geographie Indiens

Indien ist das siebtgrößte Land der Erde und hat eine Gesamtlandfläche von 3,29 Millionen qkm. Das Land reicht von der Basis des Himalayagebirges nach Süden spitz zulaufend als dreieckige Halbinsel in den Indischen Ozean. Von Norden nach Süden misst es 3,200 km und von Osten nach Westen 2,700 km an der breitesten Stelle. Indien ist ungefähr zwölf mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland.
Das Land kann in drei großen Landschaftszonen eingeteilt werden :
1) die Gebirgszone des Himalaya (bis über 8000 m)
2) die Ebene des Indus und des Ganges, zwischen Pakistan und Bangladesh
3) das Tafelland von Dekkan
Himalaya
Im Norden des Landes bildet die Gebirgskette des Himalaya eine natürliche Grenze Zum Himalaya gehören die höchsten Berge der Welt. Der Himalaya trennt Indien von seinen nördlichen Nachbarn China, Nepal und Bhutan. Dieses höchste Gebirge der Welt besteht eigentlich aus fünf parallel hintereinander liegenden Gebirgszügen, die durch schöne Täler voneinander getrennt sind. Das Kulu-Tal in Himachal Pradesh und vor allem das Hochtal von Kashmir sind nur zwei Beispiele dafür. Im Nordwesten bildete der Khyberpass über Jahrhunderte die einzig passierbare Stelle und war so das Klassische Eingangstor der zentralasiatischen Eroberer. Der höchste Berg Indiens und der drittgrößte der Erde (nach dem Mount Everest in Nepal und dem K2 in Pakistan) ist der in Sikkim gelegene Kanchenjunga mit 8.528 Metern. Vor der Annexion Sikkims durch Indien im Jahr 1975 war der Nanda Devi (7.817) im Grenzgebiet von Indien, Nepal und China der höchste. Mit den Siwalik Hills am Fuße des Himalaya enden die Gebirgszüge recht abrupt.
Nordindische Tiefebene
Im krassen Gegensatz zu dieser hohen Bergwelt ist diese Ebene total flach. Nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen die Stromtiefländer der drei großen Flüssen Indus, Ganges und Brahmaputra. Dieses Land war seit jeher sehr fruchtbar und so ist das das bedeutendste und dichteste Siedlungsebiet in Indien. Hier findet man auch die wichtigsten kultur-historischen Städte Indiens. Seit der Teilung Indiens im Jahre 1947 liegt ein Großteil des Indus in Pakistan.
Der Ganga, der bedeutendste und heiligste Fluß Indiens, entspringt im Himalaya. Er bildet den Lebesnerv der nordindischen Tiefebene und bewassert weite Teile davon. Noch bis ins 19. Jahrhundert bestand ein Großteil dieser Region aus dichtem Dschungel. Aber durch die zunehmende Bevölkerungszahl und Industrialisierung finden wir jetzt nur in entlegenen Grenzgebieten wie in Assam große Waldgebiete, während der Rest völlig entwaldet ist. Diese Entwicklung hat katastrophale ökölogische und klimatische Auswirkungen, wie die jährlichen Überschwemmungen, die oft Tausende töten, zeigen.
Hochland von Dekkan
Südlich dieser Ebene erhebt sich das Land zu einem riesigen Plateau, dem Dekkan. Von dieser Ebene wird es durch die Vindhyas, ein langgestrecktes Mittelgebirge getrennt. Dieses Plateau hat auf beiden Seiten kleinere Gebirgszüge, die parallel zur Ost-und Westküste verlaufen. Die West-Ghats sind höher und haben einen breiteren Küstenstreifen als die Ost-Ghats. Beide Gebirgszüge treffen ganz im Süden aufeinander, nämlich in den Niligiri Hills. In den West-Ghats liegen auch die Bergorte Matheran und Mahabaleshwar und Ooty, weit im Süden in den Niligiri Hills. Charakteristisch für diese Region sind die Tafelberge. Das sind Felsplateaus, die steil aus der Ebene aufsteigen, wie zum Beispiel Mandu in Madhya Pradesh, Mount Abu und Chittorgarh in Rajasthan, die sich sehr gut für den Bau von großen Festungen eignen. Das Tafelland steigt im Süden bis 1.300 Meter an.
Die wichtigsten Flüsse dieser Region sind im Westen die Narmada und Tapti, die in das Arabische Meer fließen und im Osten der Mahanadi, Godavari, krishna und Kauvery, die in den Golf von Bengalen münden. Im Laufe der Jahrhunderte was das Dekkan-Hochplateau eine unüberwindliche Schwelle für die moslemischen Eroberer aus Delhi. So konnte es vor ihnen ziemlich lange geschützt bleiben. Erst als mit der Seefahrt die natürlichen Grenzen ihre Bedeutung verloren, konnte auch der Süden durch die Europäer mit Beginn des 16. Jahrhunderts kolonisiert werden.
Auch die östliche Grenze Indiens hat viele Berge. Das sind die Ausläufer des Himalaya und trennen Indien von Myanmar (Burma). In dieser Nord-Ost-Region windet sich die Grenze um Bangladesh herum, einem flachen Land im Ganges-Delta.
Im Westen grenzt Indien mit drei Provinzen an Pakistan. Ganz im Norden, im heiß umstrittenen Gebiet von Kashmir, trennen die Gebirgszüge des Himalaya beide Länder. In Rajasthan befindet sich die Große Thar-Wüste, ein Gebiet von unsagbarer schönheit, aber auch von hoffnungsloser Unfruchtbarkeit. Schließlich wird Indien durch sein Bundesland, Gujarat mit dem außergewähnlichen salzigen Marschland des Rann of Kutch von seinem Nachbarn Pakistan getrennt. Im Sommer ist der Rann absolut ausgetrocknet In der Regenzeit wächst es aber zu einem gewaltigen Binnenmeer an.

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