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Frauen in Indien


Da gab es Indira Gandhi, Indiens langjährige Ministerpräsidentin, und es gibt die Umweltaktivistin Medha Patkar, die mit ihren Aktionen gegen das riesige Narmada Staudamm Projekt und die Weltbank seit Jahren bekannt ist. Die Muslimin Shah Bano prozessierte im Alter von 70 Jahren gegen das islamische scheidungsrecht beim Obersten Gerichtshof Indiens, und Saudamini Deshmukh war 1986 die erste weibliche Kapitän weltweit, die ein Flugzeug mit reiner Frauenbesatzung flog. Und es gibt Sushmita Sen und Aishwarya Rai, Arundhati Roy, P.T. Usha, Phoolan Devi, Mira Nair und viele andere, die weltweit bekannt sind. Frauen in Indien sind Ministerinnen und Softwarespezialistinnen, Leiterinnen von großen Firmen und Bankdirektorinnen, sie moderieren Talkshows, sind Schauspielerinnen und Fotomodels, drehen Filme, leiten Sozialorganisationen und und und...
Doch wie andere Frauen überall auf der Welt sind auch sie in diesen Bereichen absolut unterrepräsentiert. Und wie in anderen Entwicklungsländern ist es nur eine kleine, aber immerhin wachsende Prozentzahl von Frauen, hauptsächlich in den Städten, die die Möglichkeit haben, soviel Bildung zu bekommen und in solchen Bereichen vorwärtszukommen.
Altagssituation der Mehrheit
Die Mehrheit der Inderinnen arbeitet auf den Feldern oder im Straßen - und Hausbau, in den Haushalten wohlhabender Leute oder in Werkstätten, verkauft Lebensmittel und kümmert sich natürlich nebenbei um den Haushalt und die Kinder Über 70% der Bevölkerung lebt auf dem Land, und 12 bis 16 Stunden am Tag schuften Frauen in bäuerlichen Haushalten. Die Arbeit auf dem Feld ist dabei nur ein kleiner Teil ihrer gesamten Tagesarbeit, zu der die Sorge um die Kinder, alte und kranke Familienangehörige, die gesamte Haushaltsarbeit und oft lange Wege für Brennholz und Wasser gehören. Auch in den Städten gehören viele Frauen zu den Ärmsten der Armen. 90% der Frauen sind dort im sogenannten informellen Sektor beschäftigt, d.h. sie arbeiten als Wäscherinnen, Köchinnen und Hausmädchen in den Haushalten derMittel und Oberschicht, arbeiten als Händlerinnen und Verkäuferinnen, fegen Straßen und schleppen Sand und Stein beim Bau von Häusern, Straßen und Kanälen. Dabei verdienen sie oft ein Drittel bis zur Hälfte weniger als die Männer bei gleicher Arbeit, obwohl laut Statistiken jeder dritte Haushalt in den Metropolen fast ganz von Frauen versorgt wird.
Formen der Benachteiligung
Die Benachteiligung der Frauen sieht man in verschiedenen Bereichen. Sie fängt schon bei der Geburt an, wenn die Geburt einer Tochter immer noch in vielen Teilen Indiens als Unglück betrachtet wird. “Ein Mädchen großzuziehen, ist etwa so, als würde man die Pflanzen im Garten des Nachbarn gießen.” So beginnt eigentlich die Geschlechtsdikriminierung schon vor der Geburt. Durch Sex Determination Tests wissen viele Familien im voraus dasGeschlecht des Fötus und die Frauen lassen oft ein weibliches Fötus abtreiben. Wenn das nicht möglich ist, werden die Mödchen sogar unmittelbar nach der Geburt getötet. Das hat eine negative Auswirkung auf die Bevölkerungsstatistik. In Indien gibt es daher deutlich viel mehr Männer als Frauen und diese Kluft wächst ständig. Die Geburt eines Sohnes wird dagegen als freudiges Ereignis gefeiert. Söhne bekommen meist besseres Essen, eiine bessere medizinische Versorgung und natürlich eine bessere Ausbildung. Sehr viele Mädchen auf dem Land bekommen oft überhaupt keine Chance, eine Schule zu besuchen. Daher ist die Analphabetenrate unter Frauen fast doppelt so hoch wie bei den Männern. Die Modernisierung der Landwirtschaft hat die Lage der Frauen noch verschlechtert, da nur die Männer sich mit der modernen Technologie beschäftigen dürfen.
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